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Aufführungen / Theater Volksbühne Chemnitz Chemnitz, Käthe-Kollwitz-Str. 7
Aufführungen / Kabarett Kabarett Sachsenmeyer Chemnitz Chemnitz, An der Markthalle 8
Aufführungen | Oper

Die drei Wünsche oder Die Launen des Lebens

Opernhaus

„Wer die Wahl hat“, heißt es, „hat die Qual“. Das gilt erst recht, wenn man gleich drei Wünsche frei hat, so wie die Protagonisten des absurd-komischen Märchens Die drei Wünsche, das im Mittelpunkt von Bohuslav Martinůs gleichnamiger Oper steht. Die Ereignisse des realen Lebens umspielen das fantastische Stück im Stück. Es geht um Sehnsüchte, unerfüllte Ansprüche und eine Maßlosigkeit, die alles zunichtemachen kann. Hektischer Betrieb am Rande einer Theaterprobe. Die Inszenierung zeigt, wie ein gewisser Monsieur Juste auf eine Fee namens „Null“ trifft. Der passionierte Jäger fängt das seltene Geschöpf ein und nimmt es mit nach Hause. Um ihre Freiheit zurückzuerlangen, gewährt ihm die Fee drei Wünsche. Juste und seine Frau verlangen, was vermutlich alle Menschen begehren: Reichtum, Jugend, Liebe. Ob sie damit gut fahren, steht auf einem anderen Blatt, denn die Fee erweist sich als genauso unzuverlässig, wie es ihr Name vermuten lässt. So rächt sich ein geheimnisvolles Wesen an denen, die es beherrschen wollen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der Theaterleute spiegeln das fiktive Geschehen, in dem sie ihre Rollen spielen. Auch sie sehnen sich nach Glück. Für die einen beginnt das Abenteuer der Liebe, den anderen bleibt das Warten auf Erfüllung in einer unbestimmten Zukunft. Zwischen grotesker Komik und bitterer Ironie schwankend, sucht Die drei Wünsche jenseits gängiger Wertvorstellungen nach dem, was das Leben reich macht. 1928/1929 in Paris entstanden, 1971 in Brno uraufgeführt, erlebte das Werk hierzulande erst wenige Aufführungen – und das trotz einer äußerst lebhaften und farbenreichen Musik, die vielfach Elemente aus Jazz und Tanzmusik aufgreift. Regisseurin Rahel Thiel versetzt Martinůs Filmoper von den Studios in die Welt des Theaters. Auf das Mittel des Films verzichtet sie dennoch nicht - sie fokussiert es auf das Wesentliche: einen Ort, wo sich Traum und Wirklichkeit berühren. Musikalische Leitung: Jakob Brenner Inszenierung: Rahel Thiel Bühne: Fabian Wendling Kostüme: Rebekka Dornhege Reyes Video: Stefan Bischoff Chor: Stefan Bilz Dramaturgie: Johannes Frohnsdorf
Aufführungen | Musical

My Fair Lady

Opernhaus

Eliza Doolittle, ein Blumenmädchen mit Herz und Verstand, fällt dem Sprachforscher Henry Higgins durch ihren ordinären Dialekt auf. Er schließt mit seinem Freund Oberst Pickering eine Wette ab, in der es darum geht, binnen weniger Wochen aus der, wie Higgins sagt, „Rinnsteinpflanze“ Eliza eine Grande Dame werden zu lassen. Womit Higgins allerdings nicht gerechnet hat, ist, dass neben dem „dienstlichen“ Verhältnis zu Eliza plötzlich auch die Liebe eine große Rolle spielt. Kein Stück im Repertoire des Opernhauses hat jemals so viele Vorstellungen erlebt wie das Musical My Fair Lady von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe. Die Geschichte des sympathischen Blumenmädchens Eliza Doolittle, die von Professor Higgins Sprachunterricht erhält und ihm dafür eine Lektion in Sachen Lebensweisheit erteilt, erheitert und berührt immer wieder aufs Neue. Die beiden Autoren schrieben für ihren Welterfolg hinreißende Dialoge und Evergreens wie Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen, Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht und Hei, heute Morgen mach’ ich Hochzeit, die jeder sofort mitsingen kann. In Chemnitz stand das Werk erstmalig 1967 auf dem Spielplan. Als Eliza debütierte Dorit Gäbler, die damals als Elevin zum Schauspielensemble gehörte und nun als Mrs. Higgins dabei ist. Ab 1991 war My Fair Lady fast ununterbrochen in zwei Inszenierungen von Michael Heinicke zu erleben. Viele Jahre davon spielte Sylvia Schramm-Heilfort die Berliner Göre, bevor sie jetzt als Mrs. Pearce ihre Eliza-Erfahrungen in eine neue Rolle einbringt. So stehen in der charmanten Inszenierung dieses amüsant-nachdenklichen Musicals von Erik Petersen am Ende mit der aktuellen Eliza drei Generationen dieser Rolle auf der Bühne. Inszenierung: Erik Petersen Choreografie: Sabine Arthold Bühne: Sam Madwar Kostüme: Lukas Pirmin Wassmann Chor: Lorenz Höß Dramaturgie: Carla Neppl
Aufführungen | Oper

Orpheus in der Unterwelt

Opernhaus

Wie konnte der hehre Mythos nur so auf den Hund kommen! Statt einem Muster unsterblicher Liebe gleicht die Ehe von Orpheus und Eurydike einer Hölle von Zoff und Langeweile. Zärtlichkeiten tauschen die beiden nurmehr mit den Nachbarn aus. Allein Rücksicht auf die öffentliche Meinung hält sie davon ab, sich zu trennen. Auch auf dem Olymp klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander: Zu seinem Entsetzen muss Göttervater Jupiter mit ansehen, wie seine Kinder mutlos dahinvegetieren, weil ihnen die menschliche Verehrung versagt bleibt. Sein Bemühen, Disziplin und Moral wiederherzustellen, bleibt fruchtlos. Zu sehr haben Liebeseskapaden seine Glaubwürdigkeit untergraben. Zu offensichtlich ist inzwischen, dass die Götter andere Wege gehen müssen als bisher. Als der renitente Unterweltherrscher Pluto eintrifft und sich für den Raub der Eurydike verantworten muss, bricht auf dem Olymp die Revolte los. Einzig das unverhoffte Erscheinen der öffentlichen Meinung rettet Papa Jupiter. Sie zwingt Orpheus, seine unliebsame Gattin vom Göttervater zurückzuverlangen, und der lässt es sich nicht nehmen, in der Unterwelt höchstpersönlich nach dem Verbleib der schönen Sterblichen zu sehen … Der gesamte olympische Tross folgt ihm zum rauschenden Höllenball, um fern von daheim lang entbehrte Göttlichkeits-Gefühle zu erleben… Entstanden 1858 als Persiflage großbürgerlicher Bigotterie, ist Orpheus in der Unterwelt zu einem zeitlosen Klassiker geworden – eine Feier der Sinneslust angesichts von Zwängen und Rücksichten, die das soziale Leben bestimmen. Thomas Winters neue Textfassung für Chemnitz nimmt insbesondere den Mythos Liebe in den Blick und beleuchtet das narzisstische Wechselspiel zwischen einer heutigen „öffentlichen Meinung“ und ihren Idolen. Die Regie liegt in den Händen von Johannes Pölzgutter, der in Chemnitz bereits mit Die Fledermaus und Die Entführung aus dem Serail Erfolge feiern konnte. Inszenierung: Johannes Pölzgutter Bühne: Manuel Kolip Kostüme: Susana Mendoza Chor: Lorenz Höß Dramaturgie: Johannes Frohnsdorf
Aufführungen

neue Veranstaltung

Opernhaus

Aufführungen | Operette

Der Tenor der Herzogin

Opernhaus

Libretto von Richard Kessler Nach einem Lustspiel von Heinrich Ilgenstein Textfassung von Anna Weber Der Operntenor Rudolf und seine Partnerin Hilde versuchen gemeinsam über die Runden zu kommen, schließlich haben sie Bubi, ihr kleines Kind. Doch irgendwie will es für Rudolf mit dem Erfolg nicht recht funktionieren. Eine interessante Chance für männliche Sänger bietet sich am matriarchalen Theater unter der Schirmfrauenschaft von Herzoginwitwe Ernestine: Jede Saison wird ein neuer Tenor unter Vertrag genommen, was ihm internationalen Ruhm und Geld bringt – allerdings zu einem beträchtlichen Preis. Denn es gelten Ernestines eigene Regeln: Der auserwählte Sänger muss ledig sein, da ein Tenor im Engagement nicht nur Befriedigung für die Ohren bedeutet. Eine Beziehung mit einem Mann auf Augenhöhe wiederum ist im Matriarchat strengstens untersagt und so geben sich Hilde und Rudolf kurzerhand als Geschwister aus und verstecken ihr Kind im Schrank. Die Komödie kann beginnen! Die junge Berliner Regisseurin Anna Weber widmet sich mit besonderer Leidenschaft der Operette und bringt mit Eduard Künnekes Der Tenor der Herzogin ein im Kern aktuelles Werk auf die Bühne. Darin stecken Fragen wie: Sind Beruf und Familie vereinbar? Wie weit muss ich mich selbst verraten, um im Leben voranzukommen? Gemeinsam mit Bühnenbildnerin Stella Lennert und Kostümbildnerin Christina Geiger begreift sie mit unkonventionell frischem Blick das Herzogtum der Ernestine als ein autokratisches Matriarchat, das die Mechanismen der Gegenwart pointiert spiegelt. Mit großer Lust an der Musik, dem Humor und dem Gestus der Operette überführt das Team die Geschichte ins Hier und Jetzt. Dabei öffnet sich die Bühne in den Zuschauersaal und der Realraum wird Teil eines verrückten Spiels.
Aufführungen | Ballett

Schwanensee

Opernhaus

1871 nutzte Peter Tschaikowsky den Sommerurlaub bei seiner Schwester, um für seine Nichten und Neffen das kleine Kinderballett Schwanensee zu komponieren. Als er 1875 einen lukrativen Kompositionsauftrag für ein neues Ballett des Moskauer Bolschoi-Theaters erhielt, war das Libretto bereits fertig. Es vereint verschiedene Legenden und Märchen in sich, unter anderem das deutsche Volksmärchen Der geraubte Schleier von Johann Karl August Musäus. Anders als bei den späteren Balletten Dornröschen und Der Nussknacker arbeiteten der Choreograf Julius Reisinger und Tschaikowsky hier nicht zusammen. Durch aufführungsbedingte Kürzungen, Umstellungen und Einlagen Reisingers blieb der große Erfolg zunächst aus. Erst als Lew Iwanow 1894 anlässlich einer Gedenkfeier für den ein Jahr zuvor verstorbenen Tschaikowsky den zweiten Akt mit den berühmten weißen Schwänen präsentierte und Marius Petipa und Lew Iwanow das Ballett anschließend am Mariinski Theater in St. Petersburg neu arrangierten, avancierte es zum Welterfolg. Seitdem hat der Schwanensee viele Interpretationen erfahren, so durch George Balanchine (New York 1951), Vladimir Bourmeister (Moskau 1956), John Cranko (Stuttgart 1963), Mats Ek (Cullberg Ballet 1987), John Neumeier (Hamburg 2002) und die rein männlich besetzte Neufassung von Matthew Bourne (London 1995). Für den Chemnitzer Schwanensee konnte der junge, aus Tirana (Albanien) stammende Choreograf Eno Peçi gewonnen worden. Seit 2000 ist er Mitglied des Wiener Staatsopernballetts und seit 2009 Solotänzer des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper. Parallel dazu begann er u. a. für das Wiener Staatsballett und die Ballettakademie der Wiener Staatsoper eigene Ballette zu entwickeln. Zu der ergreifenden Musik Tschaikowskys kreierte Eno Peçi gemeinsam mit Ballettdirektorin Sabrina Sadowska, die die "weißen Akte" nach der Originalchoreografie von Lew Iwanow umsetzte, ein romantisches Tanzmärchen, in dem Liebe und Tod, Sehnsucht und Resignation, Menschen- und Fabelwelt sinnlich-berührend miteinander verschmelzen. Wir danken dem Theaterförderverein Chemnitz e.V. und allen privaten Spendern für die finanzielle Unterstützung dieser Produktion.
Aufführungen | Operette

Die Fledermaus

Opernhaus

Gabriel von Eisenstein hat vor einiger Zeit seinen Freund, den Notar Dr. Falke, nach einem Faschingsball blamiert. Nun will sich Falke an Eisenstein rächen und inszeniert eine Revanche, die mit ihren Irrungen und Wirrungen nicht nur das Gefühlsleben Eisensteins durcheinander bringt. Er lädt Eisenstein auf einen Ball ein und präsentiert ihm dort eine feurige ungarische Gräfin. Eisenstein tappt prompt in die Falle und erkennt viel zu spät, dass sich hinter der Maske der schönen Ungarin seine eigene Frau verbirgt … „Die Fledermaus ist so klassisch wie der Nibelungenring Wagners.“ Mit diesen Worten beschrieb der Dirigent Hans von Bülow jenes Werk, das als die Operette schlechthin gilt und sich seit mehr als 140 Jahren ungebrochener Beliebtheit beim Publikum erfreut. Dabei waren sich die Wiener anfangs uneins darüber, ob sie die dritte Operette ihres geliebten „Schani“, wie Johann Strauß Sohn genannt wurde, gut finden sollten oder nicht. In einem Artikel im Wiener Fremdenblatt war zu lesen: „Ein starkes Stück Frivolität muss man freilich in Kauf nehmen; wenn zum Beispiel ein fremder Mann in Gegenwart der von ihm verehrten Frau den Rock auszieht und sich in den Schlafrock des ausgegangenen Hausherrn wirft, oder wenn ein ordentlicher Gentleman auf dem Maskenballe dicht an den Busen seiner Dulcinea geschmiegt mit der Uhr ihre Herzschläge abzählt. So finden wir das mehr gemein als pikant.“ Johannes Pölzgutter, der Regisseur der neuen Chemnitzer Fledermaus, stammt aus Wien. Er sammelte erste Theatererfahrungen an der Wiener Volksoper und am Luzerner Theater, bevor er als freischaffender Regisseur für verschiedenste Musiktheaterproduktionen verantwortlich zeichnete. So inszenierte er Werke wie Händels Alcina, Donizettis Don Pasquale, Rimski-Korsakows Der goldene Hahn, Verdis Falstaff, Puccinis La Bohème und Madama Butterfly, Madernas Satyricon sowie Sondheims Sweeney Todd. Inszenierung: Johannes Pölzgutter Choreografie: Sabrina Sadowska Bühne: Nikolaus Webern Kostüme: Janina Ammon Chor: Stefan Bilz Dramaturgie: Susanne Holfter Dauer: 3 h Spielpause: eine Pause Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Aufführungen | Aufführung

OffStage

Opernhaus

Für alle Freund:innen der ungewöhnlichen Abendunterhaltung, für alle Opernliebhaber:innen und die, die es noch werden wollen: In dieser Spielzeit startet OffStage, ein neues Veranstaltungsformat, das an einzelnen Freitagabenden zu ganz besonderen Darbietungen an immer neuen Orten im Opernhaus einlädt. Egal ob im Orchesterprobenraum, im Kulissenmagazin oder im sagenumwobenen „Bananengang“: Zu später Stunde bieten die Programme Experimentelles, Poetisches, Groteskes oder auch Herzerwärmendes – auf jeden Fall immer Überraschendes, denn der Inhalt der jeweiligen Veranstaltung bleibt bis zum Abend geheim.
Aufführungen | Musiktheater

Für mich soll‘s rote Rosen regnen

Opernhaus

Und heute, sage ich still: Ich sollt‘ mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen, kann mich nicht begnügen, will immer noch siegen, will alles – oder nichts. Tiefschwarze, dramatische Wimpern über hellen Augen, ein fester Blick, gepaart mit einer nicht weniger charismatischen Stimme, die in ikonischen Zeilen das Alles-oder-nichts, die kompromisslose Hingabe an ein Leben zwischen Scheitern und kompletter Erfüllung beschwört. So kennt man Hildegard Knef in ihren Liedern, ihren Filmen und Büchern. Ihre eigene Biografie hielt nicht wenige Wendungen für sie bereit, die sie aus dem Krieg ins Theater und vor die Filmkamera brachten, nach Hollywood und an den Broadway und zurück nach Deutschland führten, den medialen Blätterwald aufscheuchten, an ihrer labilen Gesundheit mehr als einmal rüttelten und sie das Glück finden, verlieren und dann doch wieder aufspüren ließen. In der Mitte dieses wechselhaften Lebens, im Jahr 1975, setzt das musikalisch-seelische Porträt der großen deutschen Schauspielerin und Sängerin ein. Da trifft die erfahrene „Knef“ die junge „Hilde“: zwei Frauen, eine Person. Sie streiten sich, fallen sich ins Wort in unzähligen Chansons, Gedichten und Passagen aus ihren Erinnerungsbüchern, die den Weg der Knef von der Trümmerzeit in Berlin bis zum Broadway zwischen Arbeitswut, maßloser Sehnsucht und ständiger Rastlosigkeit lebendig werden lassen. Musikalische Leitung: Jeffrey Goldberg Inszenierung: Matthias Winter Bühne und Kostüme: Patrizia Bitterich Dramaturgie: Carla Neppl Dauer: 1 h 45 min Spielpause: eine Pause Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Aufführungen | Oper

Cabaret

Opernhaus

Buch von Joe Masteroff nach dem Stück Ich bin eine Kamera von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood | Musik von John Kander | Gesangstexte von Fred Ebb | Deutsch von Robert Gilbert Das Musical Cabaret zählt zu den erfolgreichsten Stücken dieses Genres überhaupt. Die Geschichte spielt Ende der 1920er Jahre in Berlin. Es ist die Zeit der beginnenden Weltwirtschaftskrise und des heraufziehenden Nationalsozialismus, doch scheint das für die Figuren im Stück keine Rolle zu spielen. Da ist der amerikanische Schriftsteller Cliff, der sich in einem schillernden Cabaret in den Bühnenstar Sally verliebt. Die beiden schweben im siebten Himmel, von Heiraten ist die Rede, vom besseren Job, ein Kind kündigt sich an. Und da ist Fräulein Schneider, Inhaberin einer kleinbürgerlichen Pension, die sich mit dem jüdischen Obsthändler Schultz verlobt und von einem Leben als Ehefrau an seiner Seite träumt. Ihnen allen fehlt die Kraft, die Träume in der nüchternen Realität umzusetzen. Sie lassen sich treiben, ignorieren die gesellschaftlichen Entwicklungen, die immer mehr ins Private vordringen, in der Annahme, dass der Spuk bald wieder vorüber sein wird. Naivität, Gleichgültigkeit – egal, wie man es nennt: Mitschuld an der verheerenden Zuspitzung der politischen Gesamtsituation bleibt als bedrückendes Resümee dieses Musicals, das auf berührende und mahnende Weise Zeitgeschichte vermittelt. Die Inszenierung liegt in den Händen von Erik Petersen, der in Chemnitz bereits My Fair Lady als Open-Air-Spektakel auf den Theaterplatz brachte und auch die anschließende Indoor-Version verantwortet. Der gebürtige Magdeburger ist seit 2014 deutschlandweit erfolgreich als freischaffender Regisseur tätig. Zuletzt entstanden Victor/Victoria am Staatstheater Mainz, My Fair Lady am Theater Magdeburg, Viktoria und ihr Husar am Stadttheater Bremerhaven und Rebecca beim Domplatz-OpenAir Magdeburg. Musikalische Leitung: Maximilian Otto Inszenierung: Erik Petersen Choreografie: Danny Costello Bühne und Kostüme: Anja Lichtenegger Dramaturgie: Carla Neppl
Aufführungen | Ballett

Frühlingsrausch

Opernhaus

Daphnis et Chloé von Maurice Ravel und Le Sacre du Printemps von Igor Strawinsky Der neue Ballettabend Frühlingsrausch bringt ein Wiedersehen mit zwei in Chemnitz bereits bekannten Choreografen, die zur jungen und international erfolgreichen Choreografenszene gehören. Eno Peçi, der zusammen mit Ballettdirektorin Sabrina Sadowska brillant und fantasiereich Tschaikowskys Schwanensee auf die Bühne brachte, realisiert Ravels Daphnis et Chloé. Robert Bondara, für die Choreografie seiner Winterreise von Publikum und Presse gefeiert, setzt sich mit Strawinskys Le Sacre du Printemps auseinander, zudem ist auch der Bühnen- und Kostümbildner Hans Winkler wieder mit von der Partie. Maurice Ravel schrieb 1912 das zweiaktige Ballett Daphnis et Chloé für Sergej Diaghilevs Ballets Russ. Für den Choreografen Michail Fokine, der für Daphnis et Chloé ein Libretto nach dem Liebesroman des spätgriechischen Dichters Longos nutzte, stellte dieses Werk die Verwirklichung seiner Idee zur Reform des klassischen Balletts dar, der künstlerischen Einheit von Handlung, Musik, Tanzbewegung und Bühnengestaltung. Maurice Ravel komponierte eine raffinierte, schillernde Musik in tief empfundener Sinnlichkeit. So ließ er, wie er selbst formulierte, ein musikalisches „Fresko voll Hingabe an das Griechenland meiner Träume“ entstehen. Igor Strawinsky schuf mit Le Sacre du Printemps einen Frühlingsrausch der anderen Art. Am Vorabend des ersten Weltkriegs erblickte ein Werk das Licht der Welt, das nicht nur den Tanz revolutionieren sollte, sondern auch einen Meilenstein in der Kompositionsgeschichte der Klassischen Moderne setzte. Das Publikum der Pariser Uraufführung traf dieser Frühlingsrausch wie eine Bombe und der Skandal der Uraufführung wurde legendär. Das Protestieren, Schreien und Brüllen von Teilen des Publikums war zum Teil so laut, dass die Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne das Orchester nicht mehr hören konnten. Strawinsky komponierte einen aggressiv-herrlichen Soundtrack zu einem Frühlingsritus mit blutigem Ritualmord, und Uraufführungschoreograf Vaslav Nijinsky kreierte zu dieser musikalischen Wucht einen explosiven Tanzrausch. Musikalische Leitung: Benjamin Reiners Choreografie und Inszenierung - Daphnis et Chloé: Eno Peçi Choreografie und Inszenierung - Le Sacre du Printemps: Robert Bondara Bühne und Kostüme: Hans Winkler Dramaturgie: Dr. Thorsten Teubl
Aufführungen | Oper

Carmen

Opernhaus

Opéra comique in vier Akten von Georges Bizet Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle von Prosper Mérimée Unter der Mittagssonne Andalusiens beobachten die Männer die Arbeiterinnen der Tabakfabrik. Carmen zieht alle Blicke auf sich. Nur der baskische Soldat Don José schenkt ihr keine Beachtung. Erst als ihm Carmen eine Akazienblüte zuwirft, ist er fortan an ihre wilde Schönheit gefesselt. Er opfert seine Militärkarriere, wodurch ihm als desertiertem Soldaten nur die Liebe zu ihr bleibt. Seine Besitzansprüche lassen Carmens Gefühle erkalten. Stattdessen wendet sie sich dem erfolgreichen Torero Escamillo zu. Doch Don José kann weder mit noch ohne Carmen leben und ermordet sie. Selbst im Angesicht des Todes aber gibt Carmen ihren Drang nach Freiheit nicht auf. Sie stirbt, wie sie gelebt und geliebt hat: als freie Frau. Das Werk erlebte zur Uraufführung 1875 in Paris aufgrund seiner dem Verismus vorgreifenden Drastik einer Milieustudie ein Fiasko. Der gesundheitlich stark angegriffene Bizet starb drei Monate nach der Uraufführung mit nur 36 Jahren und konnte somit die für die Wiener Erstaufführung geplanten Rezitative nicht mehr komponieren. Dies übernahm sein Freund Ernest Guiraud, der der Oper mit jener durchkomponierten Fassung zu Weltruhm verhalf. Inzwischen kehrt man zur ursprünglichen und für die Gattung der Opéra comique typischen Form mit Dialogen zurück, die Bizets Meisterwerk packende Authentizität verleihen. Regisseurin Arila Siegert, Bühnenbildner Hans Dieter Schaal und Kostümbildnerin Marie-Luise Strandt, die an der Oper Chemnitz bereits Faurés Pénélope, Webers Freischütz, Tschaikowskys Eugen Onegin und zuletzt Verdis Maskenball auf die Bühne gebracht haben, erzählen die Geschichte der alle gesellschaftlichen Konventionen sprengenden Frau als Arena der Leidenschaften, aus der es kein Entrinnen gibt. Inszenierung: Arila Siegert Bühne: Hans Dieter Schaal Kostüme / Requisiten / Mitarbeit Bühne: Marie-Luise Strandt Chor: Stefan Bilz Dramaturgie: Bernd Feuchtner, Susanne Holfter Dramaturgische Betreuung: Christiane Holland Kinder- und Jugendchor: Lorenz Höß Dauer: 3 h 10 min Spielpause: eine Pause Einführung: 30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung Altersempfehlung: ab 14 Jahren Aufführung in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungen | Schauspiel

Achtung, Spoiler! - Cabaret

Opernhaus

Kennen Sie das: Sie wollen sich den allerneuesten Film anschauen, halten es aber bis zum Kinobesuch nicht aus und suchen im Internet nach ersten Bildeindrücken und Informationen? Dafür, also für etwas, das schon vorab in Erfahrung gebracht oder verraten wird, gibt es inzwischen einen eigenen Begriff: spoilern. Auch wir wollen spoilern und laden ab der neuen Spielzeit vor jeder Musiktheaterpremiere zu einer öffentlichen Probe ein. Nach einer kurzen Einführung im Foyer ist die erste Hälfte einer großen Bühnenprobe mit Orchester zu erleben. Anschließend besteht die Möglichkeit, mit dem Regieteam ins Gespräch zu kommen.
Aufführungen | Figurentheater

Cyrano

Opernhaus

Nein, die Stimme hör ich nicht zum ersten Mal! 1897 setzte Edmond Rostand (1868–1918) dem französischen Dandy Cyrano de Bergerac ein literarisches Denkmal. Der eher unbekannte, weil unbequeme Autor utopischer Romane wurde durch Rostands Verskomödie posthum auf einen Schlag bekannt und gilt bis heute als eine der beliebtesten und tragikomischsten Hauptfiguren der Theaterliteratur. Als aufbrausender, aber wortgewandter Poet schlägt er sich mit seiner gefürchteten Degenkunst mutig und witzreich durch das Paris des 17. Jahrhunderts, besiegt die Mächtigen mit seinen scharfzüngigen Worten und kämpft unablässig für die eigene Unabhängigkeit. Doch hinter der Maskerade verbirgt sich ein tragisch Liebender, der seine sanfte Zuneigung zu Roxane nur heimlich offenbaren kann. Mit dem jungen Adeligen Christian steht plötzlich ein veritabler Nebenbuhler an seiner Seite – und der weiß seine Chancen zu nutzen, wenngleich ihm die Sprache dazu fehlt. Als Cyrano erkennt, dass sie dieselbe Frau ehrlich lieben und Roxane Christians Avancen auch noch erwidert, leiht er ihm seine Stimme, öffnet sein Innerstes für sie und berührt mit seinen versteckten Worten ihr Herz. Doch mit dem schmierigen Comte de Guiche schleicht sich ein Dritter in ihren Bund, schickt beide in den Krieg und reißt damit Wunden auf, die nicht zu schließen sind. Erst Jahrzehnte später erkennt Roxane, wie perfekt die Täuschung Cyranos gewesen ist – doch für die Wahrheit ist es am Ende eines Lebens längst zu spät. Tragik, Komik, Mut und Poesie sind bei Rostand eng ineinander verwoben und schaffen den trügerisch-leichten Boden für das Stück, das im Sommer 2023 auf der Freilichtbühne des Kulturhauses Arthur Premiere haben wird. Das Verwechslungsspiel Cyranos fordert einen hohen Preis und fragt aus Sicht der drei Protagonist:innen danach, wie viel Risiko wir bereit sind, für die Liebe zu tragen, wie wertvoll sie uns ist und wie selbstbestimmt wir ihr entgegentreten möchten. Regie: Christoph Werner Bühne und Kostüme: Angela Baumgart Puppen: Lili Laube, Marieke Chinow Musik: Gundolf Nandico Dramaturgie: Friederike Spindler Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturhaus Arthur
Aufführungen | Schauspiel

Die drei Musketiere

Opernhaus

SOMMERTHEATER IM KÜCHWALD „Einer für alle, alle für einen!“ Ein Schlachtruf, der für Zusammenhalt, Freundschaft und Solidarität steht – was möchte man heute lauter in die Welt rufen als das! Und es ist das Kredo der drei Musketiere, die eigentlich vier sind und im Sommer 2023 die Bühne des Küchwaldes mit ihren Abenteuern erobern werden. Der junge d'Artagnan hat sein Heimatdorf in der Provinz verlassen und möchte unbedingt zu den Musketieren gehören, die seit Jahr und Tag treue Beschützer der Krone sind. Doch um von den drei Haudegen Athos, Porthos und Aramis als Freund und Mitstreiter angenommen zu werden, gilt es viele Prüfungen und Abenteuer zu bestehen. Und die Musketiere haben einiges zu tun, denn die Machtverhältnisse im Frankreich des Jahres 1624 sind alles andere als sicher: Der König wurde soeben ermordet und sein Nachfolger Ludwig XIII. ist gerade einmal neun Jahre alt, als er den Thron der Grande Nation besteigt. Bis zu seiner Volljährigkeit vertritt ihn der mächtige und einflussreiche Kardinal Richelieu, in dessen Dunstkreis viele zwielichtige Gestalten ihre persönlichen Interessen verfolgen, die so gar nicht zum Wohl des Landes und der Krone gereichen. Eng an seiner Seite intrigiert die hervorragende Netzwerkerin und Agentin Milady de Winter. Damit hat man als Musketier alle Hände voll zu tun – und für einen Neuling wie d’Artagnan bedeutet das vor allem schnellstmöglich zu lernen, Intrigen zu durchschauen und die manchmal kleinen Unterschiede zwischen Freund und Feind zu erkennen. Alexandre Dumas‘ (1802–1870) historische Abenteuerromane sind Klassiker der Unterhaltungsliteratur. Der 1844 erstmals veröffentlichte Roman Les trois mousquetaires, der 1849 als Die drei Musketiere zum ersten Mal in deutscher Übersetzung erschien, ist neben Der Graf von Monte Christo das bekannteste Werk des französischen Autors. Regie: Silke Johanna Fischer Bühne und Kostüme: Stefan Morgenstern Dramaturgie: Kathrin Brune Kampfchoreograph: Jean-Loup Fourure Musik: Bernd Sikora Mit freundlicher Unterstützung durch den Küchwaldbühne e.V.
Erfahrungsbericht

Test Titel

cee-gus

Test Beschreibung
Aufführungen | Oper

Wozzeck

Opernhaus

Leipzig 1824. Der Perückenmacher Johann Christian Woyzeck wird wegen Mordes an seiner Geliebten hingerichtet. Das Urteil löst Kontroversen aus, zum einen über die Zurechnungsfähigkeit des Mörders, der an Verfolgungswahn und Halluzinationen litt, zum anderen über die Probleme einer methodischen Beweisführung in einem solchen Fall. Nur wenige Jahre später benutzte Georg Büchner diese Geschichte für ein Drama. Büchners früher Tod 1837 verhinderte allerdings die Fertigstellung. Erst 1913 erlebte Woyzeck seine Uraufführung in München und kam ein Jahr später in Wien auf die Bühne. Diese Aufführung sah der damals 29-jährige Alban Berg. Er, der bislang lediglich mit kleineren Kompositionen, Liedern und Kammermusik in Erscheinung getreten war, fühlte mit einem Schlag seine Berufung, diesen Stoff auf die Opernbühne zu bringen, auch wenn mehrere seiner Freunde und insbesondere sein Lehrer Arnold Schönberg Sprache, Inhalt und Form des Schauspiels für nicht in Musik darstellbar hielten. Unter dem Eindruck seines eigenen Militärdienstes zeichnete Alban Berg das Unglück des einfachen Soldaten Wozzeck nach, der versucht, die ehemalige Prostituierte Marie und das gemeinsame uneheliche Kind durchzubringen, bis er Maries Untreue entdeckt und die ihm zugefügten Demütigungen durch seine Umgebung nicht mehr ertragen kann. Bergs komplexe und hochexpressive Musik ließ dieses Werk zu einem Meilenstein der Operngeschichte des 20. Jahrhunderts werden. Regisseur Balázs Kovalik, der 2019 bereits mit seinem bildgewaltigen Chemnitzer Mefistofele überregional für Aufsehen sorgte, spürt in seiner Inszenierung der Einsamkeit der Figuren nach, jener Einsamkeit, die Menschenseelen frisst und dadurch unberechenbar werden lässt. Musikalische Leitung: Guillermo García Calvo Inszenierung: Balázs Kovalik Bühne und Kostüme: Sebastian Ellrich Dramaturgie: Carla Neppl Choreinstudierung: Stefan Bilz Assistenz Choreinstudierung und Einstudierung Mitglieder des Kinderchores: Lorenz Höß
Aufführungen | Oper

Ein gelber Klang

Opernhaus

„Schmerzlos können die Farben von ihren Gegenständen getrennt werden, lebendig liegen sie auf unserer Hand und stecken durch ihr Pulsieren den lebhafteren Seelenimpuls an.“ Wassily Kandinsky, Über die Mauer, 1914 Dem Eintritt ins 20. Jahrhundert schwang die Ahnung einer sich unvorstellbar entwickelnden Weltordnung mit, die sich in der Kunst wie in einem Seismografen niederschlug. Neue Wege künstlerischen Ausdrucks und die Überwindung von Genre-Kategorien, um der Ent-Grenzung der Welt ein Äquivalent entgegenzustellen, gipfelten in der Vielfalt der Stile und Denkansätze – bis hin zur Abstraktion, der Lösung vom mimetischen Nachempfinden des Gegenstandes. Wassily Kandinsky gilt als einer der ersten, die in der Abstraktion das konsequenteste künstlerische Mittel sahen. Als entschiedenster Ausdruck dessen können seine sogenannten Bühnenkompositionen gelten. Insgesamt verfasste er davon fünf, die allesamt ein allsinnliches Kunsterlebnis zum Inhalt haben. Eines davon, Der gelbe Klang, wurde erstmals 1912 im Almanach Der Blaue Reiter der gleichnamigen Künstlervereinigung abgedruckt. Für Regisseur Veit-Jacob Walter, der in der Spielzeit 2021/2022 mit Glück auf ¿ sein Chemnitzer Regie-Debüt vorgelegt hat, ist es Ausgangspunkt für eine assoziative Collage aus Szene und Musik, die grundlegende Gefühle des menschlichen Individuums, des inneren Klangs als Teil der Welt abbildet. Die sieben Abschnitte von Der gelbe Klang weisen starke inhaltliche Ähnlichkeit mit den sieben Tagen der Welterschaffung im 1. Buch Mose auf, was sich auch in der Struktur von Veit-Jacob Walters Reminiszenz an Kandinskys Bühnenkomposition zeigt. Der Schöpfungsakt als „hingebungsvolle Liebe“ (Franz Marc) und größte Hoffnung in künstlerischer, religiöser und allgemein menschlicher Hinsicht ist dabei ein zentrales Motiv. Kandinskys Vorlage wird dafür als eine Beschreibung innerer Seelenzustände und in Worte, Farben und Bilder gefasste emotionale Interaktionen zwischen Individuen und Gruppen gedeutet und in eigene teils absurde, teils alltägliche, aber stets zutiefst menschliche Szenen übersetzt. Musikalische Leitung: Anna Scholl Inszenierung: Veit-Jacob Walter Bühne und Kostüme: Tina Hübner, Nikolai Kuchin Dramaturgische Betreuung: Christiane Dost Bjørn Waag (Gesang) Herren und Damen der Statisterie Robert-Schumann-Philharmonie
Aufführungen | Oper

Der Freischütz

Opernhaus

Wie kaum ein zweites Musiktheaterwerk darf Der Freischütz als Ausdruck deutscher Mentalität im 19. Jahrhundert gelten. Romantisches Weltempfinden und Sehnsucht nach kultureller Heimat bündeln sich darin und machen das Werk zur deutschen Nationaloper schlechthin. Gleichwohl ist die Sphäre ursprünglicher Wälder und ländlichen Lebens, die hier besungen wird, keinesfalls mit „heiler Welt“ zu verwechseln. Wird sie doch zum Schauplatz von Extremen menschlichen Seins und menschlicher Fantasie: Auf der einen Seite die Urgewalten der Wolfsschlucht, der Schauer des Abgründigen, die Entfesselung des ausgegrenzten Bösen, auf der anderen die Reinheit schlichten Glaubens an die Integrität einer sinnhaften Welt. Für Max verengt sich sein gesamtes Leben zu einem alles entscheidenden Moment. Trifft er beim „Probeschuss“, gewinnt er Agathe und erringt den Posten, der beider Zukunft sichern kann. Schießt er daneben, verliert er alles – ein Druck, dem er nicht standhält. In seiner Verzweiflung lässt er sich auf einen dämonischen Handel ein. Kaspar weiß, ihm ungeahnte Kräfte zu verschaffen. Doch die grenzüberschreitende Erfahrung, die Max dafür auf sich nehmen muss, korrumpiert sein Inneres. Beim Probeschuss schickt er die Kugel in Richtung Ziel, der Ausgang der Prüfung aber wird auf anderer Ebene entschieden. Die entfesselten zerstörerischen Kräfte fordern zu einer Antwort im Sinn von Recht und Menschlichkeit heraus. Von ihr wird am Ende auch die Liebe von Agathe und Max abhängen. Annika Haller, in Chemnitz bereits als Bühnenbildnerin von Tristan und Isolde und Götterdämmerung bekannt, führt nun Regie. Sie erzählt die „Nationaloper“ als Thriller. Ihre Inszenierung beleuchtet einen verborgenen Raum der Gesellschaft. Hier mischen sich kollektive Dynamiken von Dominanzstreben und Radikalisierung mit autoritären Beziehungsmustern, in denen schwerste Vergehen begangen und totgeschwiegen werden. In kurzen Augenblicken der Gewalt kulminieren die Spannungen. Musikalische Leitung: Jakob Brenner, Guillermo García Calvo Inszenierung: Annika Haller Bühne: Annika Haller, Wilfried Buchholz Kostüme: Gesine Völlm Chor: Stefan Bilz Dramaturgie: Johannes Frohnsdorf
Aufführungen | Gala

8. Chemnitzer Ballettbenefizgala

Opernhaus

Am 6. Mai reisen erneut zahlreiche Solist:innen verschiedener Ballettensembles aus Deutschland und den Nachbarländern nach Chemnitz, um in der jährlich stattfindenden BallettBenefizGala mit beeindruckenden Auftritten ihre Kunst zu präsentieren und dabei für einen karitativen Zweck Geld zu sammeln. In den vergangenen Jahren konnten auf diesem Weg mehr als 56.000 Euro eingenommen werden. Auch die 8. Auflage bietet wieder eine wunderbare Gelegenheit, die Vielfalt des Tanzes auf der Bühne des Opernhauses zu erleben. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihre Gage und mit dem Erlös der Gala wird in diesem Jahr der Verein zur Integration psychosozial behinderter Menschen Chemnitz e. V. unterstützt. Der Verein unterhält eine Kontakt- und Beratungsstelle und unterbreitet Angebote mit dem Ziel, seelische Gesundheit zu erhalten und wiederherzustellen. Bei der diesjährigen Gala werden neben den Tänzer:innen des Ballett Chemnitz u. a. Ensemblemitglieder des Tanztheaters Braunschweig, des Balletts des Staatstheaters am Gärtnerplatz München, der Ballettkompanie Pilsen, des Balletts der Semperoper Dresden, des Bayerischen Juniorballetts sowie Student:innen der Palucca Hochschule für Tanz Dresden und der Staatlichen Ballettschule Berlin das abwechslungsreiche Programm mit Beiträgen vom klassischen Ballett bis zum zeitgenössischen Tanz gestalten.

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